Dorferneuerung in Hedemünden


Titel des DorferneuerungsberichtesAm 18. Januar 1989 beantragte die Stadt Hann. Münden die Aufnahme Hedemündens in das Dorferneuerungsprogramm des Landes Niedersachsen. Schon kurze Zeit später wurden die Mittel für die Dorferneuerung bewilligt und das Architekturbüro Joachim Deszcyk aus Hannover mit vorbereitenden Untersuchungen und der Ausarbeitung eines Handlungskonzeptes beauftragt.

Am 30. November 1989 fand eine erste Bürgerversammlung statt, in der die Ziele der Planung erläutert wurden. In der zweiten Bürgerversammlung am 30. August 1990 wurden allgemeine Empfehlungen zur Planung und Gestaltung von Haus, Hof und Garten gegeben. Die Vorstellung der Planungsergebnisse erfolgte in der dritten Bürgerversammlung am 26. August 1991.

Bis zur Umsetzung des Dorferneuerungsplans dauerte es noch eine Weile, da zu dieser Zeit die Bundesstraße 80 noch durch den Ortskern verlief und für erhebliche Beeinträchtigungen sorgte. Nach Fertigstellung der Ortsumfahrung im Jahr 1995 konnte mit ersten Umgestaltungs-Maßnahmen im historischen Ortskern begonnen werden. Seitdem sind zahlreiche Haus- und Grundeigentümer dem öffentlichen Vorbild gefolgt und haben Sanierungs- und Verschönerungsmaßnahmen an ihren Gebäuden vorgenommen.

Die Dorferneuerung wurde offiziell mit dem Bau des Kreisverkehrsplatzes an der Schanze im Jahr 2002 abgeschlossen. Die wichtigsten Maßnahmen im Rahmen der Dorferneuerung in Hedemünden waren:

 

Rückbau und Umgestaltung der Straßen im Ortskern

Durch den Rückbau sollen langsame und angepasste Fahrgeschwindigkeiten erzielt werden; die Gestaltung und Aufteilung der Fahrbahnen erfolgt in Anlehnung an historische Vorbilder. Eine Entwurfsvariante mit vollständiger Pflasterung der Fahrbahnen in Naturstein wurde aus Kostengründen nur an wenigen Kreuzungs-Bereichen umgesetzt. Ansonsten besteht die Fahrbahn aus einem Asphaltband mit seitlichen Banketten aus Natur- bzw. Betonstein. Erneuert wurden die Straßen An der Michaeliskirche, Oppertor, Rathausstraße, Steinstraße, Hinterstraße und Bachstraße.

 

Bepflanzung der Straßen und Plätze

Im Straßenraum wurden an einigen Stellen kleinkronige Bäume gepflanzt, zum Beispiel An der Michaeliskirche vor der ehemaligen Schule und im Einmündungsbereich zum Oppertor, in der Steinstraße wurden auf einer Straßenseite Zierkirschen angepflanzt.

 

Umgestaltung des Platzes an der „Schanze“

Hier wurde der vorhandene Brunnen renoviert, ein Spielplatz eingerichtet und neue Sitzbänke aufgestellt.

 

Ausbau der Kreuzung Mündener Straße/Brückenstraße/Oppertor

An dieser Kreuzung treffen fünf Straßen zusammen, die in einem Kreisverkehrsplatz zusammengeführt werden. Auf diese Weise ließ äßt sich die bislang unübersichtliche Verkehrsfläche neu gliedern und der Verkehr verflüssigen. Die Mittelinsel und die neu gewonnenen seitlichen Flächen konnten neu gestaltet werden. Das Bauvorhaben wurde als Abschluss der Dorferneuerung im Jahr 2002 umgesetzt.

 

Zugang zum Werraufer

Der Uferbereich am „Schlagdbaum“ wurde in Teilen neu gestaltet. Die Pappeln wurden nach und nach durch Ersatzpflanzungen ersetzt und neue Bäume aufgestellt. Eine im Dorferneuerungsplan vorgesehene „Uferpromenade“ konnte aus Kostengründen nicht umgesetzt werden.

 

Gestaltung der Ortseingänge

Die bisherige Ortsdurchfahrt der Bundesstraße 80 wurde vollständig zurückgebaut, da die ursprüngliche Breite der Fahrbahn nicht mehr benötigt wurde. An den Ortseingängen wurde jeweils ein einseitiger Gehweg angelegt, der durch einen Grünstreifen mit Baumpflanzungen von der Fahrbahn abgetrennt ist. Durch die Einengung konnten die Geschwindigkeiten auf der Straße verringert und die Ortseinfahrten optisch betont werden.

 

Renovierung und Umgestaltung von Fassaden

Die von der Dorferneuerung erhofften privaten Folgeinvestitionen sind inzwischen in großem Umfang eingetreten. Viele Gebäude in den Straßen des Ortskerns erstrahlen in neuem Glanz. Bei den Renovierungs- und Erneuerungsarbeiten wurden vielfach die historischen Fensterformate und -gliederungen aufgenommen und eine harmonisch aufeinander abgestimmte Farbgestaltung der Fassaden vorgenommen. Auch Details wie Treppen, Vordächer oder Jalousien sind auf die Eigenarten der Gebäude abgestimmt worden.

 

Bepflanzung von Gärten und Vorgärten

Der Dorferneuerungsplan enthält Listen mit geeigneten einheimischen und standortgerechten Pflanzen, die für die Gestaltung der Vorgärten, Gärten und Höfe besonders geeignet sind. Viele Anregungen wurden in die Praxis umgesetzt und bereichern inzwischen das Ortsbild. Vielfach wurden vor den Häusern zusätzlich Blumenkübel und -tröge sowie Bänke aufgestellt.