Grenzbegehungen und Flurnamen


Geschichtliches zum Grenzgang

In früheren Zeiten markierten natürliche Zeichen wie Steine und Felsen, Wege auch Bergrücken, Täler oder Wasserläufe, insbesondere aber Bäume, die durch eingehauene Zeichen besonders gekennzeichnet wurden, die Grenze (sogenannte Malsteine und Malbäume).

Später reichten die natürlichen Grenzzeichen nicht mehr aus. Sie gewährten auch vielfach nicht jene dauernde und sichere genaue Bezeichnung, die für die Feststellung der Eigentumsverhältnisse notwendig war. Man ging deshalb mehr und mehr auf künstliche Zeichen über.

Die ältesten Grenzsteine, die wir finden, sind unbehauene, harte Kalk- oder Sandsteine. Sie wurden später durch vierseitig behauene Sandsteine ersetzt. Die oberen Stirnflächen der Steine sind etwas abgerundet, damit das Wasser leicht abfließen kann.

Feldgeschworene und Holzaufseher hatten insbesondere darauf zu achten, dass Grenzsteine nicht beschädigt oder gar versetzt wurden. Regelmäßige Grenzbegehungen waren früher also notwendig. In dem Buch „Hedemünden – Aus der Geschichte einer kleinen Ackerbürgerstadt“ von Heinrich Hampe ist folgendes nachzulesen: ‚Wegen des strafbaren Abpflügens von Lande hat der Vogt in Anwesenheit des Rates und der vom Amt vereidigten Feldgeschworenen Grenzsteine zu setzen und Grenzverletzungen dem Amt zur Bestrafung zu melden. Alles übrige, das sich außerhalb der Tore ereignet, fällt in die Zuständigkeit des Rates und ist vom Vogt in Gegenwart des Rates zu regeln.‘

An anderer Stelle ist ausgeführt: ‚…wird alle 10 Jahre mit alten und jungen Bürgern eine Grenzbegehung durchgeführt. An anderer Stelle steht: „Noch im 18. Jahrhundert war mit dem Schützenfest eine Grenzbegehung verbunden, die meist vor dem Festbeginn vorgenommen wurde. Es war üblich, daß auch die heranwachsenden Jungen an diesem Gang entlang der Stadt- und Gemarkungsgrenzen beteiligt waren, damit sie die Grenzverhältnisse kennenlernten.‘

Wie eine Grenzbegehung im Mittelalter ablief, hat Jacob Grimm in seinen gesammelten „Deutschen Grenzaltertümern“ beschrieben: ‚Während die ältesten Greise, die das höchste menschliche Ziel erreicht hatten, auserlesen wurden, um sicherste Kundschaft von der Markt zu erstatten, säumte man nicht auf Grenzbegänge eine Zahl von Knaben mitzuführen, deren frischer Sinn alle Hergänge lebhaft zu fassen und treu zu bewahren fähig war. In einzelenen Gegenden pflegte man sie und überhaupt alle Zeugen am Ohr zu ziehen. Es geschah auch wohl sonst etwas unerwartetes (z.B. erhielten die Grenzzeugen Maulschellen), das die Erinnerung an den Vorfall nicht wieder erlöschen ließ.‘

 

Bisherige Grenzbegehungen

 

Grenzbegehungen zur 1000-Jahr-Feier 2017

Anlässlich der 1000-Jahr-Feier Hedemündens veranstalten federführend die Teilungs- und Verkoppelungsinteressentenschaft und die Jagdgenossenschaft Hedemünden nach 1992 und 2003 nach alter Tradition zwei Grenzwanderungen: