Gedichte von Robert Maemecke


Du lieb Hedemünden

Du lieb Hedemünden,
mein Heimatort bist Du
Dein Herz liesst Du mich finden
bei Dir fand ich die Ruh.

Wo Wälder noch rauschen in ehrwürd’ger Pracht,
die Sonne strahlend leuchtet,
und Sterne steh’n zur Nacht.
Wo Felder und Fluren umkrenzen den Fluss,
wo sammet grüne Wiesen umschmeicheln sanft den Fuss.

Wo Biedersinn wohnet in jedermanns Herz
wo Redlichkeit trohnet
in Freude und Schmerz.

Wo treu noch der Landmann umpflüget die Flur
der Werkmann fleißig schaffet
um schlichten Lohnes nur.

Wo traut sind die Gassen, das Kirchlein, die Höhn
die Schanze gastlich ladet
wie bist Du Heimat schön.

Hier leb und hier sterb ich
hier geh ich nicht mehr fort
mög Lieb und Fried stets wohnen
in Dir mein Heimatort.

Du lieb Hedemünden
so traulich und feind
die Herzen redlich künden:
Wir woll’n Dein Eigen sein.

Ein Heimatlied, singbar nach der Melodie:
“Stimmt an mit hellem hohen Sang“, etwas getragener singen.

Gedichtet am/um den 30. September 1949 von Dr. Robert Maemecke, geboren am 13. Juli 1909 in Bückeburg und dort gestorben am 25. August 1980. Das Lied war von ihm auch besonders als Geschenk an Hedemünden gedacht.

Ein Heimatlied, von ihm zusammen mit seiner Familie mit Herta Maemecke (geborene Böhm) und den Kindern Ingeborg, geboren am 24.12.1939 und den Zwillingen Elmar-Rüdiger und Volker-Dietrich, geboren am 10.6.1941, gesungen. Die Kinder gingen ihre ersten Jahre auch in Hedemünden zur Schule. Die Familie wohnte nach dem Kriege für einige Jahre in Hedemünden in der Hinterstrasse 61 bei Gerstenberg. Die Ehefrau Herta Maemecke, geboren am 11.11.1911 ist eine geborene Böhm, deren Vater einerseits in Hedemünden Briefträger und deren Mutter wiederum andererseits eine geborene Teipel aus Hedemünden war.

 

Huldigung an Hedemünden

Wer kennt den Ort? Wer war schon dort,
wo Waldes Wipfel rauschen,
wo Schmetterling und bunter Fink
zart Frühlingsgrüsse tauschen.

Wer kennt die Höh’n wo Sturm und Föhn
mit Federwölklein spielen,
der Himmbel blaut, das Aug weit schaut,
der Bussard kreist nach Zielen.

Des Werrastromes Silberflut
nährt Feld und Au und Matten.
Auf Felsen gleisst der Sonne Glut,
indes im Hägen Schatten.

Vom Tremmberg bis zum Sudholz hin
schwingt sich der Hügel Kette,
und Fuchs- und Steinberg geben Sinn
der Ahnen Wirkungsstätte.

In Sturmnacht jagt am Hackelberg
Gott Wotan durch die Lüfte.
Die Osterfeuer treiben zurück
die Geister in die Klüfte.

Im Karnegrund das Rehwild wohnt,
der Landmann pflügt die Raine.
Im weiten Grund die Andacht trohnt
durch Wiesen bunt und Haine.

Am Rothenberg der Kuckuck ruft
die Wachtel ihn begleitet.
Und jubiliernder Vogelsang
den Feiertag einläutet.

Vom Hainroth schweift der freie Blick
weit in das Land der Hessen.
Wer einmal hier die Träume spann,
hat Welt und Leid vergessen.

Des Werders tief smaragden Grün,
der Schäflein fette Weide,
des Gänseangers leuchtend Blüh’n
sind froher Augen Freude.

Der Lärchen süsser Jubelschlag
singt Ehr und Preis der Sonne,
das Hedebächlein murmelt sanft,
Gott gab uns all die Wonne.

Der Autobahnen breites Band
grüsst neigend Deine Wälder,
Dich, zauberschönes Werraland,
Dein lieblich Flurn und Felder.

Hier herrscht der Ahnen Biederkeit,
zum schlichten Wort steht Treue.
Der Werkmann ist voll Redlichkeit,
verschmäht der Arglist Schleue.

Oh Hedemünden, Heimatort,
Du meiner Wünsche Träume,
die Sehnsucht treibt nach Dir mich fort,
oh Werrawelle schäume.

Gott segne Dich, mein Heimatland,
sei ewig Dir beschieden
aus seiner starken Wunder
des süssen Glückes Frieden.

Wenn mir die letzte Stunde schlägt,
da ich die Welt muss lassen,
mein brechend Auge wird noch schauen
Dein Kirchlein, Deine Gassen.

 

Gedichtet am 30. September 1949 von Dr. Robert Maemecke,
geboren am 13. Juli 1909 in Bückeburg und dort gestorben am 25. August 1980.
Die Gedichte stellte Volker-Dietrich Maemecke zur Verfügung.